Bed & Breakfast Legden von außen betrachtet.

Historisches Asbeck


Historisches Asbeck!

Herzlich willkommen auf dem virtuellen Stiftsrundgang historisches Asbeck!

Textquelle: Wandtafel 1 bis 11 des Heimatverein Asbeck.

Das historische Torhaus

1. HUNNENPORTE
Die sogenannte Hunnenporte bildet den nördlichen Eingang zum Stiftsbezirk. Ehemals war
das ganze Stiftsgelände durch eine enge Bebauung gekennzeichnet, auf das man durch ein
Torhaus Eingang finden konnte. Ein zweites, nicht mehr erhaltenes Torhaus wird
südwestlich der Kirche an der Stiftstrasse vermutet.
Die Asbecker Hunnenporte stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Eine Inschrift
auf der Sandsteinrahmung über dem Tor datiert das Gebäude auf das Jahr 1630. Seinen
Namen erhielt das Tor durch die Hundezwinger, die sich in unmittelbarer Nähe befanden.
Das Gebäude befindet sich im Eigentum der Gemeinde Legden, die es aber dem
Heimatverein Asbeck zur Nutzung überlassen hat. Im Fachwerk-Obergeschoss befindet
sich heute ein kleiner Saal. Bis zu seiner Renovierung im Jahre 1965 wurde das Gebäude zu
Wohnzwecken genutzt.

Historisches Asbeck

Die Speichergebäude

2. KÜCHENHOF DES ADELIGEN DAMENSTIFTES
Als im Jahre 1973 an der Ostseite des Torhauses ein um 1900 errichtetes Gebäude
abgetragen wurde, entstand an dieser Stelle eine unschöne Baulücke. Für das Torhaus ist
seinem Sinn nach aber eine flankierende Bebauung unbedingt erforderlich. Zunächst war an
die Errichtung einer Backsteinmauer gedacht worden, um den geschlossenen
Hofcarakter wieder herzustellen. Der Heimatverein Asbeck. e.V. gab sich mit dieser
zunächst naheliegenden Lösung jedoch nicht zufrieden und äußerte den Wunsch, an dieser
Stelle zwei Fachwerkbauten errichten zu dürfen. 1975 wurde dann östlich der
„Hunnenporte ein Speicher vom Hof Wallmann in Asbeck aufgestellt. Schon 1977 folgte
ein zweiter Speicher von einem Hof in der Beerlage bei Billerbeck.
Beide denkmalgeschützten Speicher aus den Jahren 1730 bzw. 1825 befinden sich im Besitz
des Asbecker Heimatvereins und finden ihre Verwendung bei zahlreichen Dorffesten. Der
mit einem Herdfeuer ausgestatte erste Speicher wird von der Dorfbevölkerung gern zu
verschiedenen Familienfesten genutzt.

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Das Backhaus

3. WIRTSCHAFTSGEBÄUDE DES DAMENSTIFTES
Das Backhaus wurde 1992 vom Hof Münstermann im Asbecker Frettholt zum Küchenhof
des adeligen Damenstiftes transloziert und gehört somit nicht zum historischen
Gebäudebestand des Stiftes. Sein heutiger Standort innerhalb der Stiftsimmunität ist jedoch
kaum 50 Meter entfernt von der historischen Stiftsbäckerei, die sich ehemals in dem
langgestreckten Haus Stiftsstraße 15 befand.
Die Damenstifte versorgten sich weitgehend selbst mit den für das tägliche Leben
notwendigen Gütern. Um den Asbecker Küchenhof gruppierten sich deshalb Gebäude mit
landwirtschaftlicher und hanwerlicher Nutzung. Hierzu gehörten Getreidespeicher,
Stallungen sowie eine Stiftsbäckerei und Stiftsbrauerei. Dieser östliche Gebäuderiegel,
trennte einst den Küchenplatz des Stiftes von den „Fräuleingärten“.
Das heutige Backhaus wird von der Asbecker Bevölkerung häufig genutzt. Eine
Frauengruppe backt an regelmäßigen „Backtagen“ nach alter Überlieferung Steinofenbrote.
Für Schulklassen und Interssierte werden „Backkurse“ angeboten.

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Das Abstissinnenhaus

4. REPRÄSENTATIONSBAU DES STIFTES
Eines der bedeutendsten Denkmäler des Kreis Borken ist das Wohnhaus Stiftstrasse 6.
Dieses rechteckige Bauwerk besteht aus einemhohen Untergeschoss sowie einem
Stockwerk. Es stammt aus der Zeit vor 1340. Für Kunstfreunde von besonderer Bedeutung
sind die spätgotischen Rankenmalereien im Repräsentionssaal des Obergeschoss. Ein
heute in der Asbecker Stiftdokumentation aufbewahrtes Strahlenmonogramm am
Ostgiebel trägt die Jahreszahl „ano dni Mcccc (= 1500) und bezeichnet das Jahr eines
Umbaus.
Dem Haus schließt sich ein Bauteil mit fünf bis auf etwa halbe Höhe ????
Bogenöffnungen an. Diese Bögen entstammen dem 17. Jahrhunder. Anscheinend wollte
man dem vorher aus Fachwerk geferigten Untergeschoss ein repräsentatives Ansehen
verleihen. Es handelt sich hierbei um Reste des Südflügels des Asbecker Kreuzganges. Mit
dem Bau dieses Gebäudeteils wurde 1340 begonnen. Eine dendrochronologische
Untersuchung datiert das Fachwerkgerüst des Obergeschosses in diese Zeit zurück. Es
besitzt somit den ältesten Fachwerkraum Nordwestdeutschlands. Dieser Raum kann
besichtigt werden. Das Haus Äbtissin ging mit der Auflösung des Asbecker
Damenstifts 1803 in das Eigentum der heutigen Familie zu Salm Horstmar über. Diese
tauschte es in den 20er Jahren des 20.JHS. Gegen ein Wohnhaus am Wällken der Asbecker
Familie van Wüllen ein. Die Familie van Wüllen betrieb an der Stiftsstraße über Jahrzehnte
eine Tischlerei.
Das Äbstissinenhaus wird heute als privates Wohnhaus genutzt und ist somit der
Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Reste des Südflügels des Kreuzganges sind jedoch durch
die dort eingerichteten Austellungsräume eine Geschäftes für Geschenkartikel und
Wohnideen zu besichtigen.
Das Haus der Familie van Wüllen macht durch seine zahlreichen historischen Bauspuren
immer wieder auf sich aufmerksam. Erst vor wenigen Jahren entdeckte man ein nahezu 700
Jahre altes Sprechgitter. Im Jahre 2000 wurde bei Renovierungsarbeiten eine Holzmalerei
aus der Zeit um 1400 freigelegt.

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Die Vogtei

5. WELTLICHE VERTRETUNG DER STIFTSDAMEN
Das Hofhaus Stiftstraße 17 satmmt aus der Zeit ab 1860 und stellt somit kein überliefertes
Gebäude aus Siftszeiten dar. Die ursprüngliche Bebauung dieses Grundstücks, so verrät es
auch das Urkataster von 1828, liegdt jedoch viel weiter zurück. Das Haus befindet sich an
einem markanten Punkt innerhalb der Stiftimmunität und wird ehemals Standort der
Stiftsvogtei gewesen sein.
Der traufenständige eingeschossige Ziegelfachwerkbau auf Werksteinsockel bildet
gemeinsam mit der zum Hof gehörigen prachtvollen Linde einen reizvollen Blickpunkt. Die
in der rechten Haushälfte angegliederte historische Schmiede verfügt noch über mit
Transmissionen angetriebene Maschinen. Die an der Hausfront stehende Zapfsäule verrät
dem Besucher, dass hier noch bis vor wenigen Jahren auch eine Tankstelle betrieben wurde.
Aufgabe des Stiftsvogts war es, das Stift nach außen hin zu vertreten und zu schützen, wofür
er eine Abgabe verlangen konnte. Dem Sift Asbeck gelang es jedoch bereits im Jahre 1282
die Vogteirechte selbst zu erwerben. Das Stift stand zukünftig unter dem Schutz des
Bischofs.
Im Legdener „Busshook“ finden wir das 1677 errichtete Haus von Hülst der Juristenfamilie
Busch. Diese Familie stellte über mehrere Generationen die Vögte des Asbecker
Damenstifts.

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Die Nebengebäude des Stiftes

6. STRASSENVERLAUF INNERHALB DER STIFTSIMMUNITÄT
Das Damenstift Asbeck verfügt über eine ganze Reihe von Nebengebäuden, die für den
geregelten Alltagablauf des Stiftes von Nöten waren. Das im Asbecker Volksmund Haus
Harpers genannte Haus Stiftsstrasse 18 scheint zu diesen Gebäuden zu zählen. Ein Blick auf
das Urkataster und das Alter des Gebäudes lassen diese Vermutung zu. Das Haus ist durch
die Inschrift im Torbalken auf das Jahr 1654 datiert. Es weißt jedoch nur noch wenige
Bauspuren aus Stiftszeiten auf. Seine ursprüngliche Funktion ist heute nicht mehr bekannt.
Ein von außen sichtbarer Torbogen an der Westseite des Gebäudes lässt aber die
Vermutung zu, dass es sich um ein das südwestliches Siftsareal abschließendes Torhaus
ähnlich der Asbecker Hunnenporte gehandelt haben könnte.
Von diesem Standort aus hat der Betrachter einen schönen Blick in die Siftstraße. Sie
gehört gemeinsam mit der Brückenstraße zu den historischen Asbecker Straßenverläufen.
Mit Hilfe des Amtes für Agrarordnung konnte Ende der 80er Jahre die jetzige
Straßenpflasterung eingebracht werden. Die heutige Stiftsstraße führte ehemals mitten
durch den früheren Stiftsbezirk und dürfte deshalb wohl erst nach der Auflösung des
Damenstiftes angelegt worden sein.

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Das Dormitorium

7. SCHLAFSAAL DES FRÜHEN KLOSTERS
Das Dormitorium stammt aus der Zeit um 1200 und weist noch romanische Bauspuren auf.
Es ist der südliche Teil des Wesflügels der Asbecker Kreuzganganlage. Das noch
vorhandene romanische Fenstergewände, hat durch seine bis in die Dachschrägung
reichende Lage, ehemals einen Raum mit offenem Dachstuhl erhellt. Die heutige
Zwischendecke ist wohl erst bei Aufgabe des Dormitoriums zu Gunsten einzelner
Wohnbereiche der Stiftsdamen eingezogen worden.
In seinem vollen Ausmaß reichte das Gebäude bis an die Stiftskirche heran. Erst um 1901
wurde es auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größe reduziert. Aus dieser Zeit stammt
auch die damals notwendigerweise aufzurichtende nördliche Backsteinfassade. Das
Gebäude dient seit dieser Zeit der Asbecker Familie Thiemann als Wohnhaus. Diese
Familie stellte über mehrere Generationen den Küster und Organisten der Pfarrgemeinde
St.Magareta. Die Lage des Hauses ermöglichte der Familie einen unmittelbaren Zutritt
zum Kirchengelände.
Dem Heimatverein Asbeck e.V. gelang es 1999 das Gebäude mit Hilfe der Nordrhein-
Westfalen-Stiftung zu erwerben. In den Jahren 2003 bis 2004 konnte es mit Hilfe
zahlreicher Freunde und Institutionen in den heutigen Zustand versetzt werden.
Im Untergeschoss beherbergt das Dormitorium heute einen Saal mit ca. 80 Sitzplätzen.
Der mit modernen Tagungsequipment ausgestatte Raum bietet Platz für Begebnungen,
Kunst und Kommunikation. Im Obergeschoss befindet sich heute die Stiftsdokumentation.

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Der Kreuzgang

8. ZWEIGESCHOSSIGE ROMANISCHE ARKADENGALERIE
Der Westflügel der Asbecker Kreuzganganlage entstand um 1200. Seine Bedeutung
erlangte er durch die Zweigeschossigkeit, wie er in Westfalen nur noch am Dom zu
Minden bestand. Vergleichbare Kreuzgänge sind darüber hinaus in Deutschland nur noch
aus Hildesheim und Gernrode (Harz) bekannt.
Der Kreuzgang schloss südlich an der Kirche an und bestand vermutlich aus einer
geschlossenen Vierflügelanlage, wobei wohl nur der Westflügel mit der für Kunstfreunde so
wertvollen zweigeschossigen Gallerie ausgestattet war. In seinem Innenhof befand sich ein
Brunnen und die Begräbnisstätte der Stiftsdamen.
Detailierte Bauzeichnungen aus den Jahren 1833 ( A.W. Lücke ) und 1851 ( Wilhelm Lübcke )
machen deutlich, dass die Säulenwand des Westflügels in einer Flucht mit der Westwand
des Querschiffes der Kirche stand. Die heutige Gallerie steht demnach vom ursprünglichen
Standort um einige Meter zurückversetzt. Der mittelalterliche Bau ermöglichte den
Stiftsdamen sowohl im Untergeschoss als auch im Obergeschoss ( Empore ) einen Zutritt
zur Kirche. Der Zutritt ist heute im Kircheninnern farblich markiert.
Die Asbecker Kreuzganggalerie musste eine bewegte Geschichte erfahren. Die um 1200
errichtete Galerie ging wie der übrige Stiftskomplex mit der Säkularisierung 1803 in den
Besitz der Familie zu Salm Horstmar über, die aber kein Interesse an dem Erhalt der
Stiftsgebäude zeigte. 1830 war der Westflügel bereits so baufällig, dass zu seiner Sicherung
Stützmauern eingebaut werden mussten. Daran nahm jedoch der Asbecker Bürgermeister
Meyer Anstoß, weil hierdurch der Kirchengemeinde der Prozessionsweg verbaut wurde.
Es kam zu einem Verwaltungsakt, an dem auch der preußische Oberbaudirektor Karl
Friederich Schinkel beteiligt war. Schinkel forderte genaue Zeichnungen an und
unterbreitete selbst einen Vorschlag zur Sicherung der Anlage. Diese Bemühungen waren
jedoch vergebens. 1862 begann man in Asbeck mit der Abtragung des Säulengangs. Dieser
fand allerdings eine neue Verwendung im ersten und zweiten Obergeschoss des 1864
fertiggestellten Diözesanmuseums am Domplatz in Münster. 1966 wurde dieses Gebäude
abgetragen. Die Säulengalerie konnte erfreulicherweise, aufgrund einer Initiative aus der
Asbecker Bevölkerung, zu einem großen Teil sichergestellt werden. Die wertvollen
Architekturglieder lagerten seither über vierzig Jahre in der Asbecker Stiftsmühle.

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Die Stiftskirche

9. GOTTESHAUS UND KUNSTWERK
Es handelt sich um eine romanische kreuzförmige Saalkirche mit Rechteckchor und seitlich
verschobenen Westturm.
Der ältere Teil der ehemaligen Stifts- und heutigen Pfarrkirche St.Margareta wurde im 12
Jh.errichtet. Es sind vor allem zwei Bauphasen zu unterscheiden. Das romanische Langhaus
stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, Querschiff und Chor sind hingegen
erst in der ersten Hälfte des 13.Jahrhundert entstanden.
Der eigentliche Kirchenbau hat bis auf eine Erneuerung des Daches und einige
Veränderungen der Fensteröffnungen keine größeren Umbauten erfahren. Der alte
Treppengiebel des Turmes wurde 1876 durch den heutigen Turmhelm ausgetauscht.
In den Jahren 1969-1971 erfuhr die Kirche eine umfassende Restaurierung des gesamten
Innenraumes. Damals wurden die heute sichtbaren spätromanischen Wand- und
Gewölbemalereien freigelegt. Von besonderem Interesse ist die nördliche Chorwand. In
ihrem oberen Teil finden wir eine romanische Zwei-Fenster-Gruppe mit umgebener
ursprünglicher Ausmalung aus der Erbauungszeit. Im unteren Teil befindet sich ein gemalter
spätgotischer Teppich.
Während der Renovierung wurde auch das ursprüngliche Bodenniveau der Kirche wieder
aufgenommen. Der Boden wurde um 50cm abgesenkt. Durch diese Maßnahme sind die
Säulenbasen im Langhaus und Querhaus wieder vollständig sichtbar. Um nicht am west-
lichen Eingansportal drei Stufen hinabsteigen zu müssen, wurde an der äußeren
Schmalseite des Turmes eine Vorhalle unter Verwendung einiger Säulen des ehemaligen
romanischen Kreuzgangs errichtet.
Für den Kirchenbesucher nicht sichtbar sind die in etwa unregelmäßigen Reihen entlang
der Gewölbescheitel des Querhauses eingemauerten Schalltöpfe. Sichtbar allein sind ihre
mit aufgemalten Sternen umgebenen Schalllöcher.
Zu Stiftszeiten besaß das Langhaus eine eigene Empore für die adeligen Damen. Die
sogenannte Nonnenempore konnte nur über das Obergeschoss der Kreuzganggalerie
erreicht werden. Die Eingangstür an der Südseite des Langhauses ist im Innern der Kirche
heute durch eine farbige Markierung gekennzeichnet.
Die Innenausstattung der Kirche weist Werke vieler verschiedener Kunststile auf. Ein
Großteil der Einrichtung stammt aus Stiftszeiten und geht vermutlich auf Schenkungen der
adeligen Bewohnerinnen zurück.

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Der Kirchplatz

10. SPEICHERGIEBEL DER ABGABEPFLICHTIGEN BAUERN
Der Asbecker Kirchhof war an der Nordseite der ehemaligen Stifts- und heutigen
Pfarrkirche St.Margareta mit kleinen zweigeschossigen Speicherhäusern bebaut. Diese
Bebauung bildete die nördliche Grenze des engeren Stiftsbezirks. 1969 wurden die letzten
noch verbleibenden Speicher, die mittlerweile als Wohnhäuser dienten, abgetragen.
Die Speicher gehörten zu den Gehöften einiger Asbecker Bauernfamilien. Die Bauern
waren verpflichtet der Kirche den Zehnten zu entrichten. So wundert es nicht, dass man
ihnen mit dem Bau der Getreidespeicher die Möglichkeit bot, im geschützten Stiftsbereich
ihr Getreide zu lagern. In Notzeiten konnten die Speichergebäude den Bauernfamilien auch
Unterschlupf bieten.
Der ehemalige Speicheriegel wird heute durch eine in roten Backstein ausgeführte
Böschungsmauer gekennzeichnet. Über zwei Treppenanlagen und eine Wegeführung
gelangt man auf das etwas höher gelegene Kirchengelände und zum denlmalgeschützen
„Gasthof unter den Linden“.
Zur Kenntlichmachung des Stiftsbezirks stellte der Heimatverein Asbeck e.V. zum 900-
jährigen Jubiläum des Ortes im Jahre 1992 im östlichen Bereich der Kirchplatzes die
Bronzefigur einer Augustinerkanoissin auf. Sie erinnert an diesem Standort an die frühere
Bedeutung des freiweltlichen adeligen Damenstiftes für das Dorf Asbeck.

Unter den Linden

Die Wassermühle

11. MÜHLE UND MÜHLENTEICH
Die Wassermühle aus dem ehemaligen Besitz des freiweltlichen adeligen Damenstiftes
Asbeck stammt aus dem Jahre 1653. Sie liegdt am Mühlenbach, der die Grenze zwischen
den beiden Asbecker Grundherrschaften, der Herren auf Haus Asbeck und dem
Damenstift Asbeck bildete.
Eine Balkeninschrift im Türsturz am Ostgiebel verrät uns den Erbauer der Mühle: „Anno
Domini 1653 Heinr. Scrotmann me fecit“. Die heutige Mühle stammt aus dem
Wiederaufbau nach Zerstörung des alten Mühlengebäudes im Dreißigjährigen Krieg. Bei
dem Gebäude handelt es sich um einen eingeschossigen Fachwerkbau mit steilem
Satteldach und massiven Sockel zum Wasserlauf hin.
Mit der Säkularisierung 1803 und dem damit verbundenen Übergang des Stiftsvermögens
an den Rheingrafen zu Grumbach ging auch die Mühle in den Besitz des neuen Grundherrn
über. Dieser nannte sich seit der Besitzname des Amtes Horstmar Graf zu Salm Horstmar.
1850 verpachtete der Kammerdirektor Schmitz für die Fürstlich Salm Horstmarsche
Rentkammer die Mühle an den aus Coesfeld stammenden Müller Anton Heßling. Laut
Pachtvertrag aus dem Jahre 1849 betrug der jährliche Pachtzins für die Mühle mit zwei
Mahlgängen 152 „Thaler“. Wegen fehlender Wirtschaftlichkeit der Wassermühlen
errichtete Hessling im letzten Jahrzehnt des 19.Jahrhundert im Asbecker Frettholt, bei
einer bereits bestehenden Windmühle, eine damals sehr moderne Dampfmühle mit vier
Mahlgängen.
Die ehemalige Stiftsmühle hingegen ging 1911 in den Besitz der Asbecker Familie Eismann
über, welche die Mühle auch zur Produktion von Lichtstrom nutzte.
Heute fehlt dem Gebäude die technische Einrichtung. Eine Gesamtrestaurierung fand im
Jahre 1968 statt. Damals wurde auch ein Mühlenrad neu angebracht.
Ehemal gehörte auch die Düstermühle in der Legdener Bauerschaft Wehr zum
Grundvermögen des Asbecker Damenstiftes.

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